Notfallschulung für Ärzte

Zu jeder Zeit kann ihr Praxisteam mit einem medizinischen Notfall in der Praxis konfrontiert werden. Hier entscheidet sich dann, ob ihr Team optimal auf eine solche Situation vorbereitet ist. Sie müssen als Arzt in kürzester Zeit komplexe Entscheidungen treffen und Ihr Team optimal zum Wohle Ihres Patienten leiten.

Neben dem notfallmedizinischen Fachwissen ("Technical Skills") kommt es in Notfallsituationen auch auf  die Anwendung sogenannter "Non Technical - Skills" an.

Diese Skills kommen aus dem Bereich der Luftfahrt, hier sind solche Skills (Checklisten) nicht mehr wegzudenken. Die Non-Technical Skills bezeichnen die Fähigkeit einer Person, die über das reine Beherrschen der eigentlichen Technik hinausgeht. Situationen müssen richtig eingeschätzt werden, das Team muss während der Notfallsituation geführt werden und Entscheidungen müssen meistens unter Zeitdruck mit weit reichenden Folgen getroffen werden.
Das Gesamtgeschehen muss also gemanaget werden. Einige Eckpunkte zur Notfallversorgung kann und sollte der niedergelassene Arzt im Vorfeld festgelegt haben, andere  Punkte entwickeln sich dynamisch aus der jeweiligen Situation.

Notfallmedizinisches Wissen kann man sich auf vielfältige Art und Weise aneignen, hier sind der Arzt und seine Helfer aufgefordert, regelmäßig Schulungen zur Notfallversorgung zu besuchen. Neben dem theoretischen Auffrischen des einmal erworbenen Wissens sollten auch die neuesten medizinischen Versorgungsstrategien bei der Notfallversorgung geübt werden.

Neben theoretischen Anteilen sollte auch ein praktischer Teil folgen, hier steht nicht nur das Trainieren der aktuellen Wiederbelebungsrichtlinien im Vordergrund, sondern das Zusammenspiel zwischen Mensch(en) und Technik. Somit ist der Übergang von Technical-Skills und Non-Technical-Skills fließend zu betrachten.

In vielen von uns durchgeführten Schulungen beherrschten Helferinnen und Arzt die Einzelmaßnahmen, jeder hatte für seinen Aufgabenbereich das nötige Fachwissen und die nötige Fingerfertigkeit. Nur im Zusammenspiel zwischen beiden Berufsgruppen gab es Irritationen, die den Ablauf während der Notfallsituation erschwerten. So wusste zum Beispiel der Arzt, dass er den Patienten intubieren muss, allerdings kannten die Helferinnen nicht das Material, welches dem Arzt angereicht werden sollte.

Zu den Non-Technical-Skills gehört auch die Kontrolle des vorhandenen Notfallmaterials. Der Arzt kann in einer Notfallsituation nicht Material einfordern, welches er gar nicht vorhält.  Die Praxishelferinnen müssen im Gegenzug den Inhalt des Notfallkoffers/rucksackes kennen. Hier kann eine Checkliste zum Inhalt des Notfallkoffers/rucksackes Abhilfe schaffen. Schon im Vorfeld werden Situationen besprochen, Arbeiten verteilt und Checklisten erstellt.

Sie sehen, wer in Ruhe eine Notfallversorgung plant und auch einmal in den eigenen Räumen durchspielt, handelt im Ernstfall nicht unorganisiert und planlos.

Je besser die einzelenen Kettenglieder der Rettungskette trainiert werden und mit Wissen und Kompetenz besetzt werden, desto stärker wird diese Kette im Notfall halten. 
 
Die Notfallversorgung erfolgt organisierter und hat den größten Nutzen für ihren Patienten. Wenn Sie nun nach der Notfallversorgung ihre Arbeit und die ihres Teams reflektieren, haben sie schon einen großen Schritt in Richtung Qualitätsmanagement unternommen.